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Die ladinische Sprache

Die Sprache der fünf ladinischen Täler der Dolomiten

Die Sprache "ladin dolomitan”, auf deutsch die dolomitenladinische Sprache, besteht aus verschiedenen Dialekte die alle zur ladinischen Sprachgruppe gehören und die außer in den Dolomiten auch im Friuli und im Kanton Graubünden in der Schweiz anwesend ist. In der Ladinia ist es bestimmt die meist gesprochene Sprache und, zusammen mit anderen kulturellen Eigenschaften, nutzt sie als Vereinigungsfaktor und unterscheidet die Ladinia von den anderen Ortschaften der Alpen.

Die fünf Täler der Ladinia sind: das Gadertal, wo man "badiot" spricht, das Grödnertal mit der "gherdëina", das Fassatal (Fascian), Livinallongo (Fodom) und Ampezzo (Ampezan); mit ihren ca. 30.000 Einwohnern bilden sie ein Land in dem man Ladinisch spricht und schreibt, eine Gewohnheit die in der Vergangenheit noch viel größer war.
Die verschiedenen Dialekte unterscheiden sich nicht viel einer vom anderen und sind gegenseitig von den angrenzenden Sprachen beeinflusst. Die deutsche Sprache zum Beispiel hat auf die "gherdëina" eingewirkt, und das Ampezam und Fodom sind stark vom "veneto" beeinflusst.

Die ladinische Sprache hat sich in unserem Land während des ersten Jahrhunderts n.Chr. gebildet. Dies geschah nach der Eroberung der alpinen Länder, Ladinia einbegriffen, der Römer unter der Führung des römischen Feldherren Druso. Vor der Invasion waren die Einwohner Teil einer sehr komplexen Bevölkerung, die aus mehreren Sprachen und Kulturen, unter welchen auch die Noricum und die Kelten, bestand.

Schon nach kurzer Zeit gaben die Römer den dolomitischen Bevölkerungen den allgemeinen Namen "Reti". Ein großer Teil der Reti stammt sehr wahrscheinlich von den Etruskern, die gezwungen waren sich in den Alpen zurückzuziehen, genauer gesagt in den zentral- östlichen Alpen, in Folge der gewaltsamen Invasionen der Kelten in Nord-Italien. Ein anderer Teil, die Noricum Bevölkerungen, stammen aus Noricum (jetzt zentral-Österreich) und sind auch immer wegen den Invasionen, dieses Mal der Rugier, der Awaren und der Slawen, auf der Flucht waren.

Die Römer, repräsentiert von Soldaten und Angestellten, brachten ihr "vulgàres" (im Alltag gesprochenes) Latein, das sich mit den Sprachen der Rugier und aus Noricum mischte und so die ladinische Sprache erzeugte. In der Zeit beeinflussten Deutsch und Italienisch die ladinische Sprache; so erstand das Ladinisch so wie wir es heutzutage kennen.
Man kann so sagen dass die ladinische Sprache aus den Dialekten der Rugier und der Römer besteht; in der Tat wird diese Sprache auch als Rätoromanische Sprache gekennzeichnet. Es ist in jeder Hinsicht eine Sprache, unabhängig von den italienischen Dialekten, sowohl aus strukturellen als auch aus historischen Gründen. Viele Linguisten und auch ein Beschluss der Europäischen Union erkennen Ladinisch als eine Sprache.

Die ladinische Sprache ist eine sehr alte Sprache und geht vielen italienischen Dialekten voraus, außerdem hat sie immer den externen Beeinflussungen widerstanden, dank auch der natürlichen Morphologie in der sie sich befindet. Mit der Wanderung der germanischen Bevölkerungen wurde die ladinische Sprache in Nebentälern isoliert, die zu diesen alten Zeiten sehr schwer erreichbar waren. Heutzutage, trotz der italienischen Beeinflussung auf einer Seite und der deutschen auf der anderen, lebt die ladinische Sprache noch in alle der fünf Täler und ist für viele Grund großen Stolzes. Dies widerspricht die Überheblichkeit mit der die Sprachminderheiten leider zu oft betrachtet werden. Die ladinische Sprache lebt heute noch, auch dank der Arbeit Sprachwissenschaftler und ladinischer Persönlichkeiten die für die Aufbewahrung ihrer Muttersprache ("lingaz dla uma") gekämpft haben, sowie auch für den wichtigen Faktor der Isolierung der ladinischen Täler.

Heutzutage identifiziert sich die ladinische Sprache und Kultur mit einer eigenen Fahne. Die ladinische Fahne hat in einem Aufstand der Vertreter der ladinischen Täler auf dem Grödnerjoch, am 5. Mai 1920, seinen Ursprung. Der Aufstand wurde von den Entscheidungen des Vertrages von Saint-Germain verursacht; dieser erkannte nicht die Existenz des ladinischen Volkes, sowie auch nicht die der anderen deutschen Bevölkerungen Südtirols, das nur vor kurzen zu Italien annektiert wurde. Die ladinischen Vertreter forderten die Anerkennung als getrennte ethnische Gruppe und das Selbstbestimmungsrecht der Völker, das zu Woodrow Wilsons geschriebenen Punkte gehörte. Die ladinische Fahne besteht aus horizontalen Streifen, die von oben nach unten in den folgenden Farben sind: hellblau - weiß - grün. Die Farben der Fahne beziehen sich auf die Natur der Dolomiten. Das Grüne steht für die Wiesen und die Wälder, die weiße Farbe repräsentiert den Schnee der die Länder der Dolomiten bedeckt und die hellblaue Farbe ist die des Himmels der die majestätischen Bergspitzen der Dolomiten umgibt.

Die Fahne wurde von den Ladinern als nationale Fahne und später von der faschistischen Regierung als illegal erklärt. Nach dem Krieg erschien die ladinische Fahne auf dem Sellajoch wieder, zusammen mit 3.000 Ladinern die ihre Identität zurückforderten. Die ladinische Sprache hat in den letzten Jahren viele wichtige Fortschritte gemacht. Im Gadertal, im Grödnertal und im Fassatal ist die Schule paritätisch: die Fächer sind in Italienisch und auch in Deutsch, und den Kindern wird außerdem auch die ladinische Sprache, sowohl die mündliche als auch die schriftliche, zusammen mit der englischen Sprache gelernt. Nach vielen Jahren hat sich auch die Kirche unserer Sprache und Kultur genähert und die Messe wird oft in Ladinisch abgehalten. Um im öffentlichen Sektor zu arbeiten muss man im Besitz eines Zertifikats sein, dass das Kenntnis der ladinischen Sprache bestätigt; dieses Zertifikat wird von der Provinz Bozen nach dem Bestehen einer Prüfung erteilt. Alle offiziellen Akten der Gemeinden, wie auch die Dokumente der Toponomastik sich auch in ladinischer Sprache geschrieben.
Die Ladinia besitzt außerdem eine Zeitung, die "La Usc di Ladins" und manche Fernseh- und Radiosendungen in ladinischer Sprache. Es gibt viele Veröffentlichungen auf ladinischer Sprache, die in den letzten Jahren von der "Uniun di Ladins", heutzutage in jedem Tal anwesend, und vom Istitut Ladin Micurà de Rü behandelt werden. Dieser spielt eine sehr wichtige Rolle in der Aufbewahrung und in den linguistischen Studien unserer Muttersprache.

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