Geschichte des Alpinismus in Gadertal - Alta Badia
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| Die Anfänge des Bergsteigens in Alta Badia |
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Für den Menschen waren vor langer Zeit die Berge und die hohen Gipfel geheimnisvoll und er hatte große Angst davor. Er dachte, sie seien der Wohnsitz von Dämonen, bösen Geistern oder Göttern. Die erste Bergbesteigung, die uns bekannt ist, war im Jahre 218 vor Christus die Überquerung der Alpen durch Hannibal, der mit seinen Elefanten Cäsar beim Kampf im Rücken angreifen wollte. Er kam bis zu einer Höhe von 2900 Metern. Bei einer Pilgerfahrt bestieg Kaiser Konstantin im Jahre 385 nach Christus erstmals den Sinai-Berg. Als der schweizer Professor und Geologe Benedict de Saussure im Jahre 1787 mit einer eigenen organisierten Expedition den Mont Blanc eroberte, fing die Zeit der Erstbesteigungen der Bergspitzen der Alpen an, und somit auch der Dolomiten. In den Dolomitentälern bestieg man schon vor zirka 200 Jahren die Berge. Die Bergsteiger waren Hirte mit Schafherden oder Jäger auf Gams-, Steinbock- oder Murmeltierjagd. Später begleiteten sie gut zahlende fremde Abenteurer. Sie kamen hauptsächlich aus Österreich, Deutschland u. England. Die ersten Bergführer begleiteten die Bergpioniere bis kurz unter dem Gipfel, um dem zahlenden Herr die Ehre der Erstbesteigung zu erlauben. Auch die besten Bergsteiger bedienten sich am Anfang der einheimischen Führer, vor allem um den Berg und die entsprechende Aufstiegtechnik besser kennen zu lernen. Bald wurden sie aber unabhängig und kletterten alleine. Der 12. August 1802 ist ein trauriger Tag für den Alpinismus in den Dolomiten gewesen. Der Kaplan aus Buchenstein Don Josef Terza, gebürtig in Wengen im Gadertal, starb auf der Marmolada durch einen Sturz in eine Gletscherspalte. Einige Dorfbewohner, die ihn begleiteten, kehrten ins Dorf zurück und mussten die traurige Nachricht mitteilen. Diese Nachricht machte einen großen Eindruck auf die ganze Talgemeinschaft. Die Ausrüstung der ersten Bergsteiger war sehr einfach, primitiv und überhaupt nicht für Felskletterei geeignet. Die Bekleidung war plump, und aus einem dicken Loden aus Wolle, der die Feuchtigkeit gut aufsaugte. Man benutzte Schuhe mit Nägeln in den Sohlen, hohe Stöcke, Hanfseile, um sich zu sichern, und schlecht gebaute Rucksäcke für die Nahrung. Die Ausrüstung war schlecht verarbeitet, so hinderte sie die Fortschreitung. Das Ganze war ungeeignet für lange und schwierige Besteigungen. Mit der Zeit bearbeitete man besser die Materialien und entwickelte neue Klettertechniken. Der Fortschritt der Technik brachte viele Veränderungen und Verbesserungen bei Bekleidung, Bergschuhen, Steigeisen, Seilen, Ernährung usw., sodass diese Besteigungen möglich wurden. Die Besteigungen aller Schwierigkeitsgrade wurden etwas vereinfacht. Der französische Geolog und Mineraolo Deodat de Dolomieu erforschte im Jahre 1788 die Zusammensetzung des Dolomit-Gesteines und benannte es nach ihm. Wir wissen, dass die Erstbesteiger von vielen Bergspitzen im Sella-Gebiet einheimische Jäger und Hirte waren, aber von diesen kennen wir weder Namen noch Datum. Wir können aber trotzdem einige Namen von Erstbesteigungen in den Dolomiten nennen: o im Jahre 1886 - F. Gerstäcker auf dem Kreuzkofel, auf der Ost-Seite wo dann später ein kleiner Klettersteig eingerichtet wurde. Grohmann bestieg den Kreuzkofel schon früher, aber er startete von der Fanesalm; im Jahre 1885 – A. Posselt, Csorich auf dem Peitlerkofel im Jahre 1887 – Posselt,Csorich, Gerstäcker und Ploner auf dem Zehnergipfel im Jahre 1881 – Günwald und S. Siorpaes auf der Conturines im Jahre 1883 war Purtscheller auf der La Varella der Erstbesteiger im Jahre 1887 L. Bernard und W. Meuser auf der Großen Cir-Spitze im Jahre 1880 Josef Alton auf der Pordoispitze (wo er schon ein Holzkreuz fand) im Jahre 1872 Josef und Johann Alton die Pisciadú-Spitze im Jahre 1894 Merz, Benesc und Schmitt auf dem Mittagszahn in der Sella Gruppe im Jahre 1894 wurde die Zehnerspitze (in der Sella Gruppe) durch Moser, Merz und Schuster erstmal erzwungen im Jahre 1903 L. Heiss (im Alleingang) auf dem Pisciadú-Turm im Jahre 1864 Paul Grohman und der Bergführer Josef Irschara bestiegen erstmals die Boé-Spitze, aber sie merkten, dass Jäger oder Hirten schon früher einen Holzstock ließen (Weilemann und Bernardi). Wir müssen dann auch die Erforschung der ganzen Sellagruppe seitens der Brüder Josef und Johann Baptist Alton aus Kolfuschg vom 1870 bis 1890 erwähnen. Der Sassongher wurde auch wahrscheinlich von einheimischen Hirten erstmals erzwungen; die Südwand wurde erstmals vom Bergführer Josef Kostner aus Kolfuschg bestiegen.
| Die Pioniere des Alpinismus in Alta Badia |
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Die Pioniere des Tales waren nichts anderes als einheimische Bergführer, gute Kenner der heimischen Berge und auch gute Kenner der Klettertechniken, die damals gebraucht wurden. Der erste bekannte Bergpionier im Gadertal war der Prof. Johann Baptist Alton, geboren im Jahre 1845 in Kolfuschg und gestorben im Jahre 1900 in Rovereto. Er ist auch für seine Dokumentation des Alpinismus im Alta Badia und vor allem für die Pflege und Verbreitung durch zahlreiche Schriften der ladinischen Sprache bekannt. Ein anderer großer Bergpionier aus Corvara war Franz Kostner. Er kam 1877 als Sohn eines Bergbauers zur Welt. Als er 8 Jahre alt war starb sein Vater. In seiner Jugend erlernte er von seinem Bruder den Beruf des Tischlers und 1897 bestand er die Prüfung als Bergführer. 1898 kam er zu den Österreichischen Bergtruppen, den berühmten Kaiserjägern. 1900 wurde er dann zum Unteroffizier ernannt. Im Jahre 1902 startete er mit einer, vom Prof. Merzbacher aus München, geführten deutschen Expedition zum Kaukasus. Im Jahre 1907 nahm er an einer anderen Expedition mit dem Prof. Merzbacher im Turkestan teil, im Auftrag des Bayerischen Prinzen Arnolf. Nach den Expeditionen in Asien kehrte er ins Gadertal zurück und übernahm die Führung des Gasthofes Post in Corvara, wo man noch heute die Jagdtrophäen der asiatischen Expeditionen sehen kann. Er bewitschaftete den Gasthof und gleichzeitig übte er den Beruf des Bergführers aus. Einige Erstbesteigungen in Corvara tragen seinen Namen. Im Tal war er auch ein großer Tourismuspionier. Als Major des Bataillon “Enneberg” der Kaiserjäger Standschützen, befahl er während des 1. Weltkrieges den Bataillon an der Front Cherz und Col di Lana. Ein anderer großer Bergsteiger aus dem Gadertal war Josef Adang, geboren im Jahre 1867 und Bauer im gleichnamigen Hof in Abtei. Er machte einige Erstbesteigungen sowohl in den Dolomiten, als auch in der Schweiz, in Österreich, und am Gran Sasso d’Italia. Mit einigen Bergfreunden, Bernardi und Rudiferia, und einem Touristen aus Mähren, bestieg er im Jahre 1901 die Große Cir-Spitze durch den berühmt gewordenen Adang-Kamin. Mit dem Baron Karl von Freitag von Lohringhofen, machte er einige Erstbesteigungen im Puez Gebiet. Kostner Josef, geboren im Jahre 1872, Bruder von Kostner Franz und ab 1912 Wirt in Kolfuschg, war auch ein sehr guter Bergführer. Er bestand im Jahre 1893 die Bergsteigerprüfung und so konnte er Gäste auf die Gipfel der Dolomiten, des Ortlers, der Schweiz, des Großglockners und auch in den Kaukasus führen. Er war ein sehr gesuchter Bergführer, vor allem für seine große Erfahrung. Liebe und Respekt gegenüber den Bergen hatte er nicht nur seinem Bruder Franz gelehrt, sondern auch seinem Sohn Cesco. Kostner Cesco, geboren im Jahre 1905, war für sein Können und für seine Technik sehr begehrt. Auch als Schifahrer hatte er einen guten Namen. Er war der erste Ladiner, der bei der italienischen Nationalen Ski Mannschaft dabei war. Im Jahre 1936 gewann er die “Direttissima”, ein Skirennen auf der Marmolada, und beim Europacup 1933 landete er in der Gesamtwertung auf Platz 3. Sein italienischer Skilehrerdiplom trug die Nummer 10. In der Enneberger Gegend war der einzige für uns bekannte Bergsteiger Kastlunger Franz (1894-1957) und dann sein Sohn Erich, Erstbesteiger einer Route auf dem Neunergipfel in der Fanes Gruppe. Pescosta Peter, Wirt im Pecei-Hof in Kolfuschg, begleitete hauptsächlich Bergsteiger aus dem D.Ö.A.V. Sektion Bamberg im Sella-Gebiet. Andere bekannte Bergführer sind u.a. Mersa Josef, Pescosta Peter, Mutschlechner Oskar, Mersa Johann, Mersa Vigilius, Posch Alois, Kostner Germano, Sigismondi Andreas, Costa Peter, Pescosta Paul. In den 20er Jahren beurkundete Antonio Berti, ein Akademiker des Italienischen Alpenvereins (C.A.I.), die ganzen Wanderwege und Kletterrouten der Dolomiten durch Karten und Bücher. Zu erwähnen sind auch die Brüder Ettore und Bruno Castiglioni, die gemeinsam mit Berti einige Kletterrrouten in Alta Badia eröffneten.
Herr Jakob Kastlunger vom Ruon-Hof in Kolfuschg, Maurermeister, wurde vom D.Ö.A.V. Sektion Bamberg beauftragt, die Bamberger-Hütte unterhalb der Boé Spitze in den Jahren 1893-1894 zu erbauen. Die Bambergerhütte am Boé wurde an Josef Rungger und seiner Frau zur Führung übergeben. In den Jahren 1907-1908 wurde sie vergrößert. Nach dem 1. Weltkrieg kam sie in Besitz der S.A.T. aus Trient, die sie noch heute führt. Im Jahre 1902 erhielt Jakob Kastlunger dann auch den Auftrag am Pisciadú eine Hütte zu erbauen. Die Baumaterialien wurden mit einer von ihm erfundenen Drahtseilbahn in die Höhe befördert. Es war eine kleine Hütte aus Gestein mit 10 Bettlagern. Anfangs hatte die Hütte keinen Wirt und auch keine Aufsicht. Man musste den Schlüssel am Grödner Joch, in Kolfuschg oder in Corvara abholen. Obwohl der Schlüssel in der Regel nach 2 Tagen wieder abzugeben war, machte jeder den Gebrauch des Schlüssels zum eigenen Interesse. Die Bergwanderer hinterließen Schmutz und bezahlten nicht was verbraucht wurde. Die Hütte wurde auch sehr beschädigt. Dadurch entschloss man sich die die “Masores Hütte am Pisciadu” dem Hüttenwirt der Bambergerhütte anzuvertrauen. Der Bergführer von Corvara, Herr Josef Rungger musste die Bamberger-Hütte und die Pischiadu-Hütte zugleich führen. Anfanges der 30er Jahren wurde die Pischiadu-Hütte dem Bergführer von La Villa, Sorarú Augustin, zur Führung anvertraut. Dann war bis 1941 Peter Pescollderungg aus Stern Hüttenwirt. Während des 2. Weltkrieges wurde die Hütte am Pisciadú teilweise zerstört. Im Jahre 1946 kaufte der C.A.I. aus Bologna die Hütte. Durch eine große Spende der Familie Cavazza aus Bologna wurde die Hütte vom Cai Bologna erneuert. Die Hütte wurde nach dem Sohn der Familie Cavazza, Franco, benannt, der im 2. Weltkrieg in Albanien gefallen war. Die Führung wurde dem Bergführer Kostner Germano aus Kolfuschg übergeben. Im Jahre 1962, zusammen mit der Brigata Tridentina und dem C.A.I. aus Bologna. begann man den ersten Teil des Klettersteiges zu erbauen. Der Klettersteig wurde im Jahre 1968 fertig gestellt und nach der Brigata Tridentina benannt. Seit dem Jahre 1980 ist Costa Renato aus La Villa Hüttenwirt. Jakob Kastlunger starb sehr früh, im Alter von 48 an einer Lungenerkrankung in Colfosco. Im Jahre 1889 erbauten die Dorfgemeinschaft aus Kolfuschg und der Prof. Johann Baptist Alton die Puez-Hütte. Anfangs war es eine einfache Holzbarake. 1903 wurde dann eine richtige Hütte erbaut. Im Jahre 1952 wurde sie aus Steinen gebaut und dem CAI - Sektion Bozen zur Führung übergeben. Im Jahre 1913 begann Franz Kostner im Auftrag des D.Ö.A.V. Bamberg eine Hütte am Vallon in einer Höhe von 2550 m. zu bauen. Sie sollte als Schutz für alle Bergsteiger, die von der östlichen Seite die Boe-Spitze besteigen wollten, dienen. Sie wurde aber nicht fertig gebaut, da im Jahre 1914 der 1. Weltkrieg ausbrach. Sie wurde nur bis zu den Grundmauern und Dach gebaut. Im Jahre 1988 wurde sie vom Sohn Erich Kostner fertig gebaut und nach seinem Vater Franz Kostner, dem berühmten Bergführer aus Corvara, benannt. Die Hütte wurde dem C.A.I. Sektion Bozen übergeben.
| Alpenverein Sektion Bamberg und C.A.I. Val Badia |
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Alle Bergfreunde aus Alta Badia müssen der Sektion des D.Ö.A.V. Bamberg für all das was sie Ende 1800 und Anfangs 1900 gemacht hat, dankbar sein. Durch den D.Ö.A.V. Sektion Bamberg sind die Bamberger-Hütte, die Pisciadu-Hütte und die Anfangsstruktur der Vallon-Hütte gebaut worden. So viel Arbeit verdient Anerkennung. Alton J. B. war Erstbegeher auf vielen Kletterrouten im Sellagebiet. Im Jahre 1886 gründete er den ersten Alpinverein in den ladinischen Tälern, den Deutsch-Österreichischen Alpenverein - Sektion Ladinien, der von der Hauptsektion Bruneck abhängig war. Im Jahre 1954 wurde die Sektion des Italienischen Alpenvereins gegründet, C.A.I. Val Badia. Die Gründungsmitglieder waren: Josef Pescollderungg, Peter Costa, Felix Flatscher, Anderle Sigismondi. Der erste Vorsitzende war Josef Pescollderung, gefolgt von Peter Costa und dann bis zum heutigen Tag sein Sohn Oskar Costa (jetziger Hüttenwirt der Puez Hütte). Am 31.12.1999 hatte die Sektion zirka 1000 Mitglieder, davon 7 Bergführer. Die Sektion betreibt verschiedene Tätigkeiten: Freizeitgestaltungen, Wanderungen, Skitouren, Jugendarbeit, kulturelle Tätigkeiten, Instandhaltungen und Markierungen von Wanderwegen usw.. Unsere Sektion hat auch eine eigene Alpin-Schule, die mit eigenen geschulten Ausbildern das Klettern und das Skitourengehen unterrichtet. Der Sitz des Vereins ist in La Villa. Im Jahre 1959 gründete der Bergführer Anderle Sigismondi aus La Villa die erste Bergrettungsdienstgruppe in La Villa. Seit dem Jahre 1990 ist der Bergrettungsdienst in Alta Badia mit dem Aiut Alpin Dolomites vereint. Mit einem Rettungshubschrauber ist er im Winter und im Sommer schnell im Einsatz. Sein Hauptsitz ist in Pontives, neben St. Ulrich in Gröden.
Das Fremdenverkehr in Alta Badia begann anfangs des 19. Jahrhunderts. Der Förderer war der Professor Johann Baptist Alton aus Kolfuschg. Er war ein großer Bergsteiger, welcher die Schönheiten unseres Tales auch nördlich der Alpen bekannt gab. Der Bauer Pescosta Peter vom Pecëi Hof in Kolfuschg war der Erste, der sein Hof in Herberge umbauen lies. Die ersten Entwicklungen waren nicht einfach: andere Täler waren bevorzugt, da sie auch eine Zugverbindung hatten. Zum Beispiel der Zug, der Waidbruck mit Wolkenstein in Gröden verbindete, oder die berühmte Zugverbindung von Calalzo über Cortina nach Toblach; hier hatte man sogar eine Nord-Süd-Verbindung. So mussten die heimischen Bergführer auswandern, z.B. ins Grödnertal, um ihren Beruf als Bergführer ausüben zu können. Erst nach dem 1. Weltkrieg wurde eine Busliniengesellschaft gegründet, erbaut die Bruneck mit Corvara verbindete. Im Jahre 1934 wurde die Linie durch eine weitere Busliniengesellschaft verstärkt. Erst jetzt begann der Fremdenverkehr zu wachsen, und immer mehr Touristen und Bergsteiger konnten die Berge unseres Tales besuchen. Die beiden Weltkriege beeinflussten die bergsteigerischen Tätigkeiten. Auch die Bergführer zogen die Uniform der Kaiserjäger an. Sie wurden überall auf die Front und auch auf die Berge ihrer Heimat geschickt. In den Dolomiten kämpfte man hart. Die Dolomiten wurden in eine kolossale Festung umgewandelt, voll von Gräbern und Festungen, die im Fels und im Eis gegraben waren. Das Gadertal wurde zur Frontlinie gemacht. In den Höhen kann man heute noch Spuren von Schützengräbern der damaligen Zeit sehen.
Nach dem 2. Weltkrieg änderte sich schnell die Technik des Bergsteigens. Nach den Wiederholungen der großen klassischen Kletterrouten, folgten Eröffnungen neuer Routen, die elegant und anspruchsvoll beim Klettern waren. Man versuchte die Wände in eine vertikale direkte Linie durchzuklettern, mit dem Gebrauch von Staffeln und Haken. Die erste große Besteigung war am 10.-12. Juni 1952; die Besteigung der SO Wand der Scotoni Spitze seitens L. Lacedelli, L. Ghedina und G. Lorenzi, mit Stellen von 6. Schwierigkeitsgrad. Bei dieser Gelegenheit kann man sagen, dass sich Lino Lacedelli die Teilnahmekarte für die italienische Expedition bei der Erstbesteigung des K2 im Himalaya-Gebirge erworben hat. Der zweithöchste Achttausender der Welt wurde im Juli 1954 durch die Italiener Lino Lacedelli und Achille Compagnoni erstmals bestiegen. In den 70er Jahren wurde die Scotoni-Wand mehrmals bestiegen, auch mit schwierigeren Routen. Die Ersbesteigung der Wand des Kreuzkofels eroflgte 1936 seitens Kofler und Gabloner. Eine eher brüchige Route mit mittelschwierigem Schwierigkeitsgrad. Am 12.-15. Juli 1953 bestigen die franzosen R. Gabriel und L. Livanos die Ostwand des Hauptgipfels des Kreuzkofels, eine Route mit Schwierigkeitsgrad 6. 1962 bestiegen die Österreicher S. Mayerl und M. Rohracher die Verschneidung am Kreuzkofel. Die schwierigste Route am Kreuzkofel gelang am 6.-7. Juli 1968 Günther und Reinhold Messner auf dem Mittelpfeiler. Diese Route ist heute noch eine der schwierigsten Kletterrouten die es in den Dolomiten gibt. Die Schlüsselstelle hat den 8. Schwierigkeitsgrad, und es gibt mehrere Stellen mit 7. Schwierigkeitsgrad. Bei der ersten Wiederholung durch den österreicher Heinz Mariacher wurde eine Variante nach rechts eröffnet und somit ist die Kletterroute für mehrere gute Bergsteiger zugänglich. Im Sommer 1969 eröffneten R. Messner und H. Frisch auf der großen Mauer des Kreuzkofels eine neue Route mit hohem Schwierigkeitsgrad. Reinhold Messner öffnete auch einige Routen mit bedeutender Schwierigkeit auf der Neunerspizte und am Peitlerkofel. Schöne Kletterrouten gibt es auch in der Sellagruppe, auf den Masores-Wänden vor Kolfuschg.
Wer sicher auf einen Berg steigen will, und dabei noch die Kletterei genießen will, der bedient sich von der Erfahrung eines geprüften Bergführers. In den letzten Jahren haben sich die Bergführer in einer Alpinschule zusammengeschlossen und sie bieten Pakete mit vielen anspruchsvollen Klettertouren odere anderen schönen Wanderungen. Die moderne Kletterei der Jugend in Alta Badia ist das „free climbing“ oder Freiklettern. Das Free climbing wird in den verschiedenen Klettergärten des Tales ausgeübt. Die jungen Kletterer trainieren dort und werden von unseren Ausbildern geschult. Der bekannteste Klettergarten in Alta Badia ist in St. Kassian bei Sass Dlacia, der Routen bis zum 9. Schwierigkeitsgrad bietet. Nicht zu vergessen sind die “Klettersteige”, gesicherte Kletterrouten mit einem festgelegten Stahlseil, Leitern und eisernen Haken gesichert. Diese ermöglichen fast jedem Bergsteiger, mit einer richtigen Ausrüstung ausgestattet, eine schöne und amüsante Kletterei zu machen. Die bekanntesten Klettersteige in unserem Tal sind: der Klettersteig “Brigata Tridentina” am Pisciadu der Klettersteig auf dem Piz da Lech der Klettersteig “Cesco Tomaselli” auf der Fanis-Spitze der Pössnecker-Klettersteig auf dem Piz Selva im Sellagebiet der Klettersteig “Finanzieri” auf der Boe-Spitze der Lichtensteinerfels-Klettersteig am Vallon. Zu erwähnen sind auch die schönen Klettersteige in der Gegend von Cortina d’Ampezzo.
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