Zu besichtigen im Gadertal.
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Schloss Thurn Durch viele Jahrhunderte hindurch, bis zum Jahre 1803, war die Geschichte von St. Martin in Thurn an die Geschichte des Schlosses Thurn gebunden. Bis dahin war das Schloss Sitz des Gerichtes Thurn. Das Gericht Thurn erstreckte sich mehr oder weniger über die ganze Westseite des Gadertales - von Peraforada bis zur Pözspitze - und umfasste auch die Ortschaften Picolin und Ju auf der östlichen Talseite. Über den Ursprung des Schlosses Thurn wissen wir so wie gar nichts. Herr des Gerichtes und des Schlosses war der Bischof von Brixen, welcher im Jahre 1027 vom Kaiser Konrad II. als Fürst eingesetzt wurde. Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde das Schloss kurz nach der Gründung des Fürstbistums errichtet. Geschichtlich erwähnt wird es erstmals im Jahre 1260, doch schon vor diesem Datum vergab der Bischof das Gericht den Herren von Schöneck als Lehen. Diese verkauften es in der ersten Hälfte des 14. Jhs. an Randold von Theis. In der zweiten Hälfte des 14. Jhs. ging das Gericht an die Herren von Stuck über, dann an Ezelin von Wolkenstein und schließlich an die Herren von Villanders. 1426 konnte der Bischof Berchtold von Bückelsburg das Gericht zurückkaufen, und seither wurde es nie mehr als Erblehen vergeben, sondern von einem absetzbaren Hauptmann verwaltet. Es blieb bis zur Säkularisierung im Jahre 1803 Teil des Fürstbistums Brixen. Im Jahre 1808 wurde das Schloss an zwei Familien von San Martin verkauft, die es bis zur Errichtung des Ladinischen Museums seitens des Landes Südtirol im Jahre 1998, bewohnten.
Die Weiler -"Les Viles" Das Gadertal ist eines der vier ladinischen Dolomitentäler, die vom Sellastock ausgehend, in verschiedenen Richtungen verlaufen. Wenn wir vom Haupttal in die Seitentäler vordringen, stoßen wir - insbesondere in Campill, Enneberg und Wengen - auf eine charakteristische Bergbauernladschaft: die sonnseitigen Hänge sind gleichmäßig von einer Vielzahl von Weilern übersät - im ladinischen "Viles" genannt - eingebettet In Wiesen und Ackern, verbunden durch eschengesäumte Wege, getrennt durch Bacheinschnitte und bekrönt von dichten Fichten- und lärchen- wäldern, die bis in die Hochalmen hinauf- reichen. Die extreme Steilheit des Geländes, die Harmonie der Felder, der Geländerücken und der wenigen Hochplateaus, zwischen denen die ländlichen Weiler so vortrefflich eingefügt sind ,gelten als einzig in dieser Art. Gruppen von Holzhäusern, Steinhäusern und von Holzstadeln, schmiegen sich auf Steilhänge oder am Außen rand der Geländeterrassen in charakteristischer Weise aneinander. Die geschlossenen Weilersiedlungen auf der Sonnseite sind dicht aneinandergebaut und mögen dem Bedürfnis ihrer Bewohner nach Sicherheit und Zusammengehörigkeit entsprungen sein. Gleichzeitig sind auch Ausdruck des Bestrebens, mit dem wenigen vorhandenen Kulturgrund möglichst sparsam umzugehen.

Im laufe der Jahrhunderte waren die verschiedenen phasen der Besiedlung des Gadertales gekennzeichnet von einer ausgedehnten Rodungstätigkeit zur Nutzung der am günstigsten gelegenen Flächen, der Verbauung der Wasserläufe, dem Bau eines Steig- und Wegenetzes, der Bodenverbesserung, der Standortwah und dem Bau der bäuerlichen Siedlungen. All diese Tätigkeiten mußten von der unumgänglichen Tatsache ausgehen, daß einzig und allein der verfügbare Boden die materielle und Virtschaftliche lebensgrundlage darstellte. Unter diesen Bedingungen ging die fortschreitende Urbarmachung des verfügbaren Bodens vor sich. Er wurde in Wiesen umgewandelt oder als Wald- und Weideland genutzt, um das Überleben einer bäuerlichen Gemeinschaft unter extremen Bedingungen zu sichern. Wenn man bedenkt, daß ein Viertel des Gebietes alpines Ödland und über ein Drittel bewaldet ist, erkennt man wie gering in diesem Tal der Anteil der landwirtschaftlichen Nutzfläche ist. Im übrigen erfolgte die jahreszeitlich bedingte Verlagerung der Arbeitsbereich über Janrhunderte hindurch von unten nach oben und von oben nach unten. Die Kettenglieder dieser vertikal ausgerichteten Arbeitsorganisation bildeten- schematisch dargestellt - die Talwiesen unterhalb der Weiler, die Acker und Gärten um die Häuser, die Niederweiden bis zum unteren Saum des Waldes, der Wald selbst und die Hochalmen.

Die Morphologie des Tales bedingt die Ausbildung eines vertikal ausgerichteten Bodennutzungssystems, wie es im Alpenraum sehr verbreitet ist. Mit Ausnahme des ungesunden und schattigen Talgrundes verteilen sich die Gadertaler Weiler längs der Sonnenhänge auf einer Höhenschicht zwischen 1200 und 1700 m, wobei sie ein horizontal ausgerichtetes Verbindungsnetz bilden. Im Mittelpunkt dieses komplexen Gefüges stehen die Weiler, die aus mindestens drei und aus maximal zenn Bauernhöfen bestehen, zu 80% auf steilen Hängen liegen, zu 8% im Talboden, zu 7% auf Schwemmkegeln und zu 6% auf Geländeterrassen. Die Hangsiedlungen sind mit Sicherheit die ältesten, da erst im 15. Jahrhundert mit der Urbarmachung des Talbodens begonnen wurde.
Das Mühlental in Campill Neben den vielen Eigenartigkeiten des Dorfes Lungiarü (Campill) , wie die bäuerliche Sied-lungsweise "Ies Viles", die bezaubernde Naturlandschaft sowie den Naturpark Puez - Geisler, verdient auch das Mühlental erwähnt zu werden. Die Mühlen, zum Teil auch heute noch von den dort ansässigen Bauern benutzt, stellen ein lebendiges Zeugnis einer althergebrachten Kultur dar.

Damals, als die Bauern vom alleinigen landwirtschaftlicnen Ertrag leben mußten, galten die Mühlen als unentbehrliche Infrastruktur. Infolge des starken sozio-ökonomischen Wandels der letzten Jahrzehnte, welcher sich merklich auf die lebensverhältnisse der Bergbauern niedergeschlagen hat, drohen die Funktion und die Bedeutung der Mühlen mehr und mehr in Vergessenheit zu geraten. Dank der Europäischen Union war es möglich, die Mühlen entlang des Seres - Baches fachgerecht zu renovieren. Der Besichtigungsweg ist ein romantischer und lehrreicher Spazierweg von 1,5 km in die Vergangenheit längst des rauschenden Seres Baches.
Zu besichtigen im Gadertal
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